Mister Raney bekommt Konkurrenz - Ein neuer Katalysator auf Nickel-Basis nutzt Nano-Strukturen

Der neue Katalysator vermag Doppelbindungen zwischen Kohlenstoff-Atomen, z.B. in ungesättigten Fettsäuren, effektiv in Einfachbindungen umzuwandeln und gleichzeitig Molekülgruppen mit sensiblen Funktionen zu schonen. Damit ist er dem „Evergreen“-Standard in diesem Bereich hoch überlegen, einem Katalysator namens Raney-Nickel, der seit knapp hundert Jahren verwendet wird. SCIENCE ADVANCES hat das Paper dazu veröffentlicht.

Raney-Nickel, ein dunkles Pulver, war 1925 von dem US-amerikanischen Ingenieur Murray Raney (1885–1966) für das Härten von Pflanzenölen entwickelt worden. Nickel fungiert in diesem Katalysator als aktives Metall, das den Ausgangsstoff zur chemischen Reaktion mit Wasserstoff anregt. Noch heute wird der Allrounder Raney-Nickel in modernen Synthesen komplexer organischer Moleküle, wie Naturstoffen, als Standard-Katalysator genutzt.

Nachteil: leicht entflammbar
Doch dieses Arbeitspferd der Katalyse hat einen entscheiden Nachteil. „Raney-Nickel beginnt bei Kontakt mit Sauerstoff sofort zu brennen“, erläutert Pavel Ryabchuk, Mitautor des Artikels bei SCIENCE ADVANCES. Der Katalysator muss also konsequent vor Luft geschützt werden und ist deshalb umständlich zu handhaben.
Und es gibt noch einen zweiten Nachteil. Raney-Nickel attackiert auch funktionelle Gruppen. Das mögen Chemiker nicht. Ryabchuk: „So gehen gerade in komplexen Molekülen, wie sie z.B. für Medikamente benötigt werden, wichtige Eigenschaften verloren.“ 

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